Über Potsdam
Potsdam ist bekannt für seine preußischen Schlösser, Seen und Gärten, die in den letzten 300 Jahren gebaut wurden und die ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Architektur und Landschaft verkörpern. Besondere Erwähnung verdienen das Schloss Sanssouci und das Orangerieschloss.
Die Stadt ist über 1000 Jahre alt und war bis 1918 Sitz der preußischen Könige und des deutschen Kaisers. Sie liegt an der Havel und in der hügeligen Moränenlandschaft.
Potsdam hat etwa 180.000 Einwohner:innen und grenzt an Berlin. Die preußischen Schlösser und Parks sind UNESCO-Weltkulturerbe.
Warum wurde sie als "Pilotstadt" ausgewählt?
Der Potsdamer Fall in DivAirCity ist besonders, weil hier nicht die lokale Behörde, sondern eine private Wohnungsbaugesellschaft beteiligt ist. Diese hat sich zu einer Partnerschaft mit DivAirCity entschlossen, um neue Ansätze und Maßnahmen im Pilotprojekt zu erproben und bei Erfolg auf andere Flächen in ihrem Besitz zu übertragen. Die Wohnungsbaugesellschaft stellt DivAirCity eigene Mittel für die Durchführung der erforderlichen Arbeiten zur Verfügung und finanziert ihre Mitarbeiter:innen selbst. Die Kosten für die physischen Eingriffe werden teilweise durch das DivAirCity-Budget gedeckt, wie im Abschnitt über die Kosten erläutert. Der Rest der Investition ist privat.
Die Hauptziele der Stadt Potsdam sind:
Niederschwelliger Zugang für die verschiedenen Teilnehmer:innen und Bürger:innen
Bessere Luftqualität
Mehr biologische Vielfalt
Mehr Zugänglichkeit zu öffentlichen Grünflächen
Das Potsdam Living Lab konzentriert sich auf den Aufbau eines Bottom-up-Netzwerks durch „Urban Green Hotspots“ (digital-analoge Räume). Diese verbinden das Wissen aus Daten und Technologie mit den Menschen vor Ort in der Nachbarschaft. Mithilfe von digitalen Tools und niedrigschwelligen naturbasierten Lösungsansätzen werden der Gemeinschaft vor Ort die Zusammenhänge von Luftqualität und anderen städtischen Faktoren auf ihre Gesundheit nähergebracht.
Bereich der Intervention
Das Interventionsgebiet für das Potsdam Permanent Living Lab ist der Binsenhof, ein Innenhof nahe der verkehrsreichen Straße „An der Alten Zauche“. Der Hof ist umgeben von Wohnblöcken der ProPotsdam, , ein städtischer Unternehmensverbund der Landeshauptstadt. Vor Ort leben viele Personen mit Migrationshintergrund, Mobilitäts- und anderen Einschränkungen sowie ältere Menschen.
In Potsdam herrschen zunehmend hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit, und es fehlt an schattigen und kühlenden Plätzen, die die Bürger:innen zur Entspannung oder zum Sport nutzen können.
Aktivitäten in der Stadt/Vorstellung des Potsdamer Pilotprojekts
Das Ziel ist es, ein Bottom-up-Netzwerk zu etablieren, in dem private, gemeinnützige, soziale, ökologische und technische lokale Akteure zusammenarbeiten, um die lokale Gemeinschaft in den Interventionsprozess einzubinden.
Urbaner Grüner Hotspot:
Die Intervention zielt darauf ab, einen ungenutzten und (hitze-)belasteten Innenhof zu aktivieren und ihn in einen lebendigen „Urbanen Grünen Hotspot“ zu verwandeln. Durch niedrigschwellige naturbasierte Lösungen soll ein Grünraum geschaffen werden, der die Lebensqualität für ein vielfältiges Viertel erhöht. Dabei werden nicht nur eine neue grüne Vielfalt und gemeinschaftliche Angebote geschaffen, sondern es wird auch eine digitale Ebene integriert. Der „Hotspot“ bietet somit ein kleines Ökosystem mit hohen Biotopwerten, gesteigertem Grünvolumen und Biodiversität sowie die Möglichkeit, Forschungszusammenhänge mithilfe von Interaktion durch QR-Code-Storytelling zu kommunizieren.
Gute-Luft-Rundgang:
Durch einen immersiven QR-Code-Rundgang, der mit Geschichten angereichert ist, vermittelt die Intervention Erkenntnisse, Daten und Lösungen aus der Forschung für gesundheitliche Auswirkung von urbanen Herausforderungen. Verteilt in der Nachbarschaft können die Teilnehmenden etwas über städtisches Wohlbefinden, Luftqualität und ihre Auswirkung auf die Gesundheit erfahren und sich Belohnungen verdienen, wenn sie sich „luftfreundlich“ verhalten. Der interaktive Rundgang nutzt einen spielerischen Ansatz und schlägt so die Brücke zwischen Natur, Technologie, Wissen und Menschen.